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Wiedereinstieg für Frauen in Technikberufen

Startschuss für landesweites Projekt im Bereich Mikrotechnologie

Arbeitstreffen im IZET in ItzehoeArbeitstreffen im IZET in ItzehoeDer Fachkräftemangel im Techniker- und Ingenieurbereich hat mittlerweile auch Schleswig-Holstein erreicht. Daher starten die Beratungsstellen Frau & Beruf und die Fachhochschule Westküste in Heide ein Programm, um Frauen mit naturwissenschaftlich-technischer Ausbildung den Wiedereinstieg zu erleichtern. Die Aktion setzt dort an, wo Arbeitnehmerinnen glauben, sie seien nach der Familienpause nicht mehr auf dem aktuellen Wissensstand.

Bei einem Arbeitstreffen im IZET in Itzehoe zwischen interessierten Frauen und Unternehmern wurde nun vereinbart, wie Verbindungen hergestellt und Lücken geschlossen werden können.

„Der Wiedereinstieg ist für viele Frauen eine hohe Hürde", so Katrin Milde von Frau & Beruf in Kiel. Neben der Neuorganisation des Alltags oder der Absprache innerhalb der Familie sind es vielfach persönliche Ängste, die die Technikerinnen von einer Bewerbung abhalten. Prof. Dr. Michael Berger von der FHW: „Viele glauben, die Technik habe sich so schnell weiterentwickelt, dass man das nie mehr aufholen kann. Das ist aber nicht richtig, die handwerklichen und naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen aus Ausbildung und Studium sind heutzutage Gold wert."

Der Wiedereinstieg kann in vier Stufen erfolgen. Zunächst besprechen die Mitarbeiterinnen in den landesweiten Büros von Frau & Beruf die persönliche Situation mit den Bewerberinnen. Dabei geht es um eine realistische Selbsteinschätzung, die auch eine hohe Qualität der Bewerbungen sichert. Dann wird ein Kontakt zu geeigneten Unternehmen hergestellt, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Dabei werden die Einsatzmöglichkeiten und der Weiterbildungsbedarf geklärt. Als dritter Schritt können im Rahmen des bestehenden Praktikumsvertrags individuell zugeschnittene Weiterbildungsangebote folgen. Wenn die Unternehmen aus dem Mittelstand und dem Bereich der Elektronik oder Sensortechnik kommen, trägt die Qualifizierungsinitiative Mikrotechnologie (QMIT-SH) sogar die Kosten. Letztendlich ist die Übernahme in ein ordentliches Arbeitsverhältnis vorgesehen.

Astrid Nielsen, Anke Cornelius-Heide und Astrid Gruber von den Beratungsstellen in Steinburg und Dithmarschen waren sich einig: „Auch wenn sich viele Teilnehmerinnen schon ein konkretes Stellenangebot gewünscht hätten: Hier in Itzehoe hat es richtig gebrummt. Das Experiment hat begonnen, und wir sind sicher, jetzt die richtigen Schritte zu tun. Es gibt mit einem solchen Ansatz bundesweit noch keine Erfahrungen." So werden in Kürze von den Bewerberinnen Qualifikationen über den Abschluss hinaus abgefragt, um den Quereinstieg zu erleichtern. Dem werden die Erwartungen der Unternehmen gegenüber gestellt. Interessierte Frauen mit naturwissenschaftlicher oder technischer Vorbildung wenden sich bitte an die für sie zuständige Stelle von Frau & Beruf (www.frau-und-beruf-sh.de), Vertreter interessierter Firmen wenden sich an die FH Westküste (E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ). Grundsätzlich werden alle Unternehmen einbezogen, die Techniker oder Ingenieure beschäftigen.

(NfI)