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Ride my bike

5000 Biker beim Motorrad-Gottesdienst der anderen Art

"Könnt ihr mich hören?""Könnt ihr mich hören?"Der 27. Motorradgottesdienst tauchte Husum in die dafür typische Lärmkulisse: Jaulende, kreischende Motoren, bis hin zum eher ruhigen Dahinblubbern, alles war dabei. Ungefähr 5.000 Motorradfahrer hatten den Weg nach Husum gefunden und drängten sich jetzt auf dem Marktpkatz und in der gesamten Innenstadt, zusammen mit fast genau so vielen Schaulustigen.

Die erste Frage von Mogo-Pastor Erich Faehling (50): "Ihr dahinten, vor C.J. Schmidt, könnt ihr mich hören?" Leuchtend grüne Ordnerwesten vor dem Palmgarten wurden durch die Luft geschwenkt. Das war also geklärt.

Ohnehin ein etwas anderer Gottesdienst: Dröhnende Bässe über dem Marktplatz - Cat, First Child mit ihrer Band sorgten für Stimmung. Vor dem Gottesdienst "Riders on the Storm" und nach dem gemeinsamen Vaterunser "Stairway to Heaven", zu dem der Pastor in Ermangelung eines Feuerzeugs seinen Daumen schwenkte. Die Biker taten es ihm gleich oder schunkelten im Takt der Musik. Faehling, passend mit Drei-Tage-Bart, selbst Biker und Pastor in Bokhorst bei Neumünster, begrüßte Arnold Thomsen-Koch mit den Worten, "Wo gibt es das schon, dass man im Gottesdienst sein Eis essen kann?", Thomsen-Koch hatte die Veranstaltung als Motorradkorso 1985 ins Leben gerufen. Seit 1992 gibt es den Mogo-Husum, auch in diesem Jahr mit einer Bikerhochzeit.

Alles begann im Jahre 1817, das erste Zweirad: ein Laufrad. Dampfbetriebene Zweiräder folgten. Das erste serienmäßig mit Benzinmotor gebaute Motorrad 1894 kam von Hildebrandt und Wolfmüller. Diese Firma schuf den Begriff Motorrad und ließ ihn sich patentieren. 1901 folgte in den USA die Indian, lange Zeit auch die weltgrößte Motorradfabrik. In Deutschland bildeten zuerst DKW und NSU als größte Motorradhersteller die Spitze. Seit den 1970er Jahren baut Honda in Japan die meisten Motorräder. Spitznamen wie Reisschüssel oder Joghurtbecher machten für die japanische Konkurrenz die Runde. Absoluter Kult ist nach wie vor natürlich die Harley Davidson mit ihrem patentierten unnachahmlichen Sound. Vor dem Parkplatz des Hardrock Cafés in New York steht ein Schild mit der Aufschrift: US motorcycles only.

Wolfgang Claussen