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- Kategorie: Die Stadt
- Veröffentlicht am Donnerstag, 12. Juli 2012 12:22
- Geschrieben von Wolf
Herzogliches Wappen wieder am Rathaus
Bürger waren gezwungen, ihren früheren Landesherrn "mit Füßen zu treten"
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Das neue Wappen am RathausGeplant war es, das herzogliche Wappen bereits aus Anlass des 400jährigen Bestehens des historischen Rathauses am Markt wieder anzubringen. Als Termin war der 16. April 2001 angestrebt worden, denn an jenem Tag vor 400 Jahren begann Baumeister Peter Mastricht mit den Arbeiten. Die Steinmetz- und Steinbildhauermeisterin Michaela Hättich arbeitete bereits im Januar 2001 an einer Replik des Schildes. Sein Original befindet sich in der Fassade des Hauses Norderstraße 44. Doch weitere elf Jahre mussten vergehen, bis endlich die Sandsteinarbeit am 11. Juli 2001 an der Fassade des Rathauses angebracht wurden.
Es besteht kein Zweifel: das farbig gefasste Originalwappen der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf schmückte einst die Rathausfassade. Das wurde von den lokalen Stadtgeschichtlern angenommen, den Beweis lieferten die „Husumer Nachrichten" von 19 Jahren mit einem Artikel über die Geschichte dieses Wappens.
Das Wappen am Haus Norderstr. 44Danach erbaute der Techniker, Fotograf, Maler und Zeichenlehrer Friedrich Thomsen (1842 – 1906) sich ein Haus in der Norderstraße 44. In dessen Giebel brachte er das Wappen der gottorfischen Herzöge an. Thomsen hatte die Sandsteinarbeit auf dem Hof eines Husumer Bürgers entdeckt, wo sie 40 Jahre unerkannt gestanden hatte.
Das von Thomsen erworbene Wappen zierte nach damaligen Zeitungsquellen „das alte Rathaus". Es soll von der dänischen Besatzung Anfang der 1850er-Jahre von seinem Ursprungsplatz aus der Fassade entfernt worden sein. Dann wurde es mit der Reliefseite nach unten vor dem Eingang des Ratskellers als Pflasterstein eingelassen. Die Bürger waren so gezwungen, ihren früheren Landesherrn symbolisch „mit Füßen zu treten". Bei der Umgestaltung des Rathauses 1858 fand der Stein einen neuen Eigentümer, von dem ihn dann später Thomsen kaufte.
Mit der Idee einer Replik des Wappenschildes für die Fassade des historischen Rathauses trug sich auf Anregung von Dr. Ulf v. Hielmcrone die Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte schon lange. In der Steinmetz- und Steinbildhauermeisterin Michaela Hättich fand sie eine fachlich versierte Partnerin. Die aus dem Schwarzwald gebürtige Bildhauerin arbeitete viele Jahre bei der Firma Kolbe GmbH, die auch die Lohnkosten für diese Arbeit übernahm – eine fünfstellige Summe. Die Materialkosten trug die Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte. Das 70 mal 70 Zentimeter messende Wappen wurde aus einer 95 Millimeter starken Platte aus Oberkirchener Sandstein herausgearbeitet.
Für den Stadtgeschichtler Dr. Ulf v. Hielmcrone gibt es keinen Zweifel, dass das herzogliche Wappen historisch zur Fassade des Rathauses gehört. Er verweist auf eine Zeichnung des früheren Bürgermeisters Johann Laß von 1768 im Kopenhagener Reichsarchiv. Im Rathaus wurde früher auch Recht gesprochen. Oberster Gerichtsherr war der Herzog. Die Replik der Wappentafel wurde zwischen den beiden mittleren Fenstern des Obergeschosses im Mauerwerk eingelassen. Darüber befand sich in der Fassade des alten Rathauses von 1601 das Husumer Stadtwappen. Der Bürgerstolz hatte es schon damals geboten, das Stadtwappen oberhalb des Herzogswappen anzubringen. Diese ursprüngliche Anordnung hat sich heute nicht mehr wiederherstellen lassen.
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