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Vor 60 Jahren - großherziges Geschenk aus Schweden

Das Uppsalahaus oder Schwedenhaus für Kinder- und Jugendarbeit

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Schwedenhaus mit Sandkiste und SchaukelDas Uppsalahaus Foto: Hoffmann, Repro DietrichVor zehn Jahren schon hatte der Vorstand des Husumer Seniorenbeirates eine Idee: Warum, so fragte man sich, wird die Erinnerung an die schwedische Stadt Uppsala in Husum nicht durch die Namensgebung einer Straße wachgehalten? Die Sektion Uppsala des schwedischen Hilfswerkes „Rettet die Kinder" hatte Anfang der 50er Jahre das Geld für ein Holzfertighaus gesammelt und als Jugendheim der Stadt Husum geschenkt.

Auf rund 100 000 Mark wurde damals der Gesamtwert des Hauses angesetzt, einschließlich der Fundamentierung, die von der Stadt finanziert wurde. Nach heutiger Preisvorstellung müssten für das gleiche Haus rund 80 000 Euro aufgebracht werden.

Selbst reine papierne Stadt-Patenschaften, so argumentierte der Seniorenbeirat weiter, fanden schon ihren Niederschlag auf Namenstafeln, beispielsweise „Kidderminster-Brücke", wie die Überquerung der Husumer Au in der Herzog-Adolf-Straße getauft wurde.

1950 schon machte die schwedische Stiftung „Föreningen Rädda Barnen", auf deutsch „Rettet die Kinder", der Stadt Husum das Angebot, ein Holzhaus für die Jugendarbeit zu schenken. Ursprünglich war geplant, in dem einen Flügel des U-förmigen Holzhauses das weibliche Jugendaufbauwerk unterzubringen, der andere Flügel sollte den Husumer Jugendlichen als Jugendheim dienen.

Als Standort wurde ein Gelände nördlich der damaligen Mittelschule (heute: Gemeinschaftsschule Nord) von den städtischen Gremien bestimmt. Außer mit dem Grundstück beteiligte sich an dem Unternehmen die Stadt mit der Fundamentierung. Im Juli 1952 wurde das Holzhaus aufgestellt. In dem 27 Meter langen und 12 Meter breiten Bauwerk gab es vier Aufenthaltsräume und außer Küche und Speisekammer zwei Waschräume und sechs Toiletten. Im Keller befand sich eine Heizungsanlage.

Selbst die Anstreichfarben, Fußbodenbeläge und auch die gesamte Einrichtung spendierten die Schweden.

Zur Einweihung am 8. November 1952 reiste die Präsidentin der Stiftung, Lisa Lind, aus Stockholm an. Sie überreichte die Schenkungsurkunde, mit der das volle Besitzrecht an die Stadt übertragen wurde. Der Jugendarbeit sollte die Schenkung dienen, die schon sehr bald „Uppsalahaus" genannt wurde.

Die Schweden hatten sich ausbedungen, dass in diesem Jugendheim „Flüchtlingskinder und Flüchtlingsjugendliche Vorzug haben sollen, solange die Verhältnisse eine besondere Berücksichtigung fordern". Die Stadt erklärte sich damit einverstanden. Vergessen wurde jedoch im Rathaus, diese Schenkung zu bestätigen. Nach freundlicher Anmahnung aus Schweden wurde diese Formalität im Januar 1953 nachgeholt.

Tagsüber diente das Haus als Kindergarten, dessen Träger die Arbeiterwohlfahrt (AWO) war. In den Abendstunden wurden zwei Räume für die Jugendarbeit bereitgestellt. Edit Herbst betreute die Jugendlichen. Geleitet wurde das Haus von der Heimleiterin Ursula Schülke. Der AWO-Kindergarten siedelte im Sommer 1967 in den Neubau im Kurt-Pohle-Weg um. Für die Jugendarbeit war zuvor schon das „Torhaus" an der Schlossstraße bereitgestellt worden.

Der Abriss des „Uppsalahaus" 1967 war die Folge einer Art Kettenreaktion: Der geplanten Krankenhaus-Erweiterung musste an der „Freiheit" die alte Turnhalle des TSV 1875 weichen. Dem Hallenneubau am Klopstockplatz stand das „Uppsalahaus" im Wege. So wurde es, weil mittlerweile auch überflüssig, abgerissen.

An die hochherzige Schenkung aus Schweden erinnert im heutigen „Haus der Jugend" an der Hermann-Tast-Straße noch ein Raum. Der nach der Stadt in Schweden benannt ist. Hier hängt auch unter Glas die Stiftungsurkunde für Husums erstes Jugendheim.

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