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- Kategorie: Die Stadt
- Veröffentlicht am Freitag, 23. März 2012 11:29
- Geschrieben von Wolf
Eine Geschichte der Husumer Krokusse
Dem Mönchlein ein Denkmal
Der Mönch mit dem Pflanzstock - Anklicken zum VergrößernEs war vor Jahren zur Zeit der Hochblüte der Krokusse im Husumer Schlossgarten. Die Husumer Malerin und Bildhauerin Ruth Nossenheim ließ der Gedanke an ein Denkmal für das Mönchlein nicht los, dem nach der Überlieferung die jährliche Blütenpracht angeblich zu verdanken war. Nach der Mär war ein Mönch des Husumer Klosters unkeusch gewesen. Zur Strafe und Buße schickte ihn sein Abt auf einen langen Fußmarsch zu einem befreundeten Klosterbruder im Kaukasus. Zum Zeichen, dass er sein Ziel erreicht und den Befehl des Abtes befolgt hatte, sollte er ein Säckchen mit Krokusknollen aus dem Kaukasuskloster mitbringen.
Nach vielen Jahren kam der bußfertige Mönch mit den gewünschten Knollen wieder in seinem Heimatkloster an. So kamen der Mär zufolge die Krokusse nach Husum.
Generationen von Schulkindern wurde so die Herkunft der Krokusse des Husumer Schlossgartens erzählt. Unzählige Male wurde sie immer und immer wieder publiziert. Und auch Ruth Nossenheim war von dieser Herkunftsgeschichte so angetan, dass sie dem verdienstvollen Mönch ein Denkmal im Schlossgarten setzen lassen wollte. Sie entwarf und formte aus Ton einen knieenden Mönch mit einem Pflanzstock. Doch über das Modellstadium kam das Projekt nicht hinaus. Es fanden sich keine Geldgeber für eine lebensgroße Bronzeplastik. Sie ließ lediglich zwei Bronzen in der Modellgröße – rund 15 Zentimeter Höhe – gießen. Nach einer dieser Bronzen – im Privatbesitz in Husum – wurde unser Foto angefertigt.
Mit dem Tod von Ruth Nossenheim im Jahre 1989 geriet auch ihre Idee des krokuspflanzenden Mönches in Vergessenheit.
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